Einige von Euch haben sicher schon von ifttt.com gehört. Es handelt sich dabei um einen neuen "Dienst" aus den USA, über welchen diverse Tasks, also Aufgaben, abgewickelt werden können. IFTTT steht für If This Then That. Und wie der Name schon sagt, lassen sich damit simple Aufgaben automatisieren, frei nach dem wenn/dann-Prinzip. Der Dienst ist derzeit noch in der closed-beta Phase und man kommt nur über eine persönliche Einladung rein. Im Nachfolgenden möchte ich kurz auf die Funktionsweise eingehen und an Hand einiger Beispiele zeigen, was den Dienst gerade im Bereich Onlinemarketing so interessant macht.
IFTT deckt derzeit folgende Dienste und Anbieter ab:
- Craigslist
- Date&Time (man kann einmal einstellen in welcher Zeitzone man sich befindet)
- eMail (man kann eMails an den iftt-Trigger schicken, die dann gewisse Aktionen auslösen)
- Feeds
- fffound
- Flickr
- googleReader
- googleTalk
- PhoneCall (geht derzeit nur mit US-Nummern)
- Posterous
- SMS
- Pinboard
- Stocks
- Tumblr
- Vimeo
- Weather
Was kann man damit also alles anstellen?
Jeder, der sich etwas mit SocialMedia und Onlinemarketing beschäftigt hat, sollte jetzt schon einige Ideen bekommen haben, aber ich möchte kurz noch darstellen, was es für Möglichkeiten gibt und wie man diese nutzen könnte/kann.
Der Kurznachrichtendienst Twitter ist mittlerweile aus der Onlinemarketing-Landschaft kaum noch wegzudenken, erstens weil er ein respektabler Trafficlieferant sein kann und dabei hilft sich Reputation aufzubauen, und zweitens, weil Twitter-Links und -Mentions sich langsam aber sicher auch im Bereich SEO positiv auswirken, was sowohl google als auch Bing ebenfalls bestätigt haben. Damit Twitter aber funktioniert braucht man Follower, am besten viele und in guter "Qualität". Follower aufzubauen ist also gar nicht so einfach, vor allem, wenn man eine kritische Masse noch nicht überschritten hat. Und hier kommt z.B. ifttt.com ins Spiel. Twitter-User werden aus 2 Hauptgründen zu Followern, erstens weil sie bei Twitter selber nach Schlüsselbegriffen suchen und den passenden Leuten dann folgen, oder zweitens (und diese Follower sind qualitativ hochwertiger) weil die User die Beiträge, die man postet informativ und gut finden. Und genau diese beiden Punkte lassen sich via IFTTT bestens automatisieren. Man suche sich einen qualitativ hochwertigen RSS-Feed, der im Idealfall auch täglich aktualisiert wird und erstellt dann folgende Regel bzw Task:
if neuer beitrag auf seomoz.com then post to my Twitter-Account
Die Darstellung ist frei wählbar und man kann auch aus vielen Varibalen wählen, aus denen der Tweet dann zusammengesetzt wird. Dann wird der Task gespeichert und läuft. Alle 15 Minuten scannt ifttt dann in diesem Beispiel seomoz auf neue Beiträge. Dabei wird auf den RSS-Stream zurückgegriffen. Das Ergebnis sieht dann so aus:

Jetzt fragt sich bestimmt der ein oder andere, warum packt der in den eigenen Tweet noch ne @-Mention und Hashtags mit rein. Ganz einfach, Mentions werden mit Sicherheit über kurz oder lang auch ein Rankingfaktor werden und über die Hashtags kann man die User ansprechen und möglicherweise zu Follower machen, die nach speziellen Keys suchen. Im o.g. Beispiel haben wir deshalb #seo eingesetzt.
Noch kurz ein paar Zahlen und Fakten: in dem o.g. angegebenen Account haben wir etwa 200 Follower, die über die letzten 12 Monate gewachsen sind. Vor dem Test, der jetzt 5 Tage läuft, hatten 120 Follower. D.h. wir haben busher im Durchschnitt 10 Follower/Monat erhalten. In den letzten 5 Tagen auf Grund der Maßnahmen via IFTTT jetzt schon etwa 80! Das entspricht hochgerechnet etwa 480 neue Follower pro Monat, eine Steigerung der Follower-Wachstumsrate von 4800%.
und sonst?
Naja, es ergeben sich zig andere Kombinationsmöglichkeiten. Angefangen von ganz einfachen Automatismen wie if Uhrzeit=9Uhr then post "guten Morgen" in my Twitteraccount, bis hin zu komplexeren Tasks wie if neuer DIGG-Post zum Thema SEO then post to my Facebook-Account, oder umgekehrt. Die Möglichkeiten sind unerschöpflich und können z.B. auch für andere SEO-Zwecke missbraucht genutzt werden. Aufbau von SocialBookmarks z.B.. Kreative Köpfe mit etwas Hintergrundwissen haben jetzt sicher schon viele böse gute Ideen im Kopf. ;-)
Die Vorteile liegen also auf der Hand. Die Einrichtung der Tasks ist kinderleicht und intuitiv, da die IFTT-Plattform auf jeglichen Schnickschnack verzichtet und für die Usability von mir 99 von 100 möglichen Punkten erhält.
Nachteile/Einschränkungen bei IFTT
Ein Nachteil ist derzeit, dass pro IFTTT-Account nur jeweils ein Fremdaccount angesteuert werden kann. Ich kann also nur einen Twitter- oder Facebookaccount damit steuern, was mit Sicherheit der Spamprävention geschuldet ist. Und das ist eigentlich auch gut so!
Desweiteren können derzeit in der closed-beta pro Account nur 10 Tasks angelegt werden. Zum Ausprobieren reicht das auch mehr als genug, für den Agentureinsatz, um damit z.B. auch Kundenaccounts zu bedienen eigent sich ein Account nicht und das wird sich aus o.g. Gründen vermutlich auch mit der öffentlichen Version nicht ändern.
ACHTUNG:
Tests haben gezeigt, dass Twitter da natürlich genau drauf schaut. Neue Accounts mit wenig Followern können durch das Feeden mit Tweets durch Fremdanbieter wie IFTTT geblockt bzw. gelöscht werden. In unserem Fall ist der Account ja schon recht ordentlich gewesen und deshalb scheint das nach wie vor zu funktionieren. Und sicherlich spielt die Masse auch eine Rolle, also nicht gleich alle 10 Tasks über Dienste befüllen, wo viel Dynamik herrscht. Danke an Yannick, der mir dazu ein gutes Beispiel geliefert hat.
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